SolarWinds Platform 2026.1 "Radium"

SolarWinds Platform 2026.1 "Radium"

KI-Preview und Routing Insights

Das neueste Release der SolarWinds Observability Self-Hosted ist da – und es hat es in sich. Der Codename "Radium" verspricht nicht zu viel: Neben zahlreichen Verbesserungen kommt erstmals eine KI-Integration in die Self-Hosted-Variante.

Die Highlights:

  • SolarWinds LLM Preview – Ab sofort können Sie die KI direkt in Ihrer On-Prem-Umgebung nutzen: Fragen zu Metriken stellen, Feature-Einrichtung erklären lassen, und mehr. Das ist erst der Anfang – weitere Verbesserungen folgen 2026.
  • Routing Insights – End-to-End-Sichtbarkeit ins Routing-Verhalten: Routen, Peers, Interfaces und VRFs korreliert auf einen Blick. Inkl. Flap-Erkennung und VRF-Level Impact-Analyse.
  • Risk Analysis mit EPSS-Score – Schwachstellen werden jetzt nicht nur nach Severity bewertet, sondern auch nach realer Exploit-Wahrscheinlichkeit.
  • Erweitertes Cloud-Monitoring – Neu: Azure Functions, AWS EKS & Lambda, GCP MySQL/PostgreSQL und Load Balancer.
  • Neue All Active Alerts Page – Endlich im neuen GUI, mit mehr Anpassungsmöglichkeiten.
  • Custom Banners – Wichtige Infos wie geplante Upgrades oder Known Issues direkt im UI anzeigen.
  • Integration mit SolarWinds Incident Response – Alerts direkt an das Incident-Management weiterleiten.
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Mit dem neuen Release "Radium" schließt SolarWinds eine Lücke, die Self-Hosted-Kunden schon länger gestört hat: Während die SaaS-Variante der Observability-Plattform seit einiger Zeit KI-Features wie Query Assist und Root Cause Assist bietet, schauten On-Prem-Nutzer bisher in die Röhre. Das ändert sich jetzt.

Die neue LLM Preview ermöglicht es erstmals, einen KI-Assistenten direkt in der eigenen Umgebung zu nutzen. Der kann Fragen zu Metriken beantworten und bei der Feature-Einrichtung helfen. Noch ist das Ganze als Preview gekennzeichnet, und SolarWinds macht keinen Hehl daraus, dass der volle Funktionsumfang erst 2026 kommen soll. Die Richtung ist aber klar: Perspektivisch soll der Assistent zum vollwertigen Sidekick für Site Reliability Engineers werden, mit automatisierter Root-Cause-Analyse und konkreten Handlungsempfehlungen.

Mindestens genauso interessant für den Alltag dürfte Routing Insights sein. Das neue Feature korreliert Routen, Peers, Interfaces und VRFs auf einen Blick und zeigt so das Routing-Verhalten End-to-End. Eine integrierte Flap-Erkennung warnt, wenn Routen instabil werden. Die VRF-Level Impact-Analyse hilft einzuschätzen, welche Services betroffen sind, wenn es irgendwo hakt. Für Netzwerk-Teams, die bisher verschiedene Tools und Dashboards zusammenklicken mussten, ist das ein echter Gewinn.

Bei der Risikobewertung von Schwachstellen geht SolarWinds einen pragmatischen Weg: Neben dem klassischen CVSS-Score fließt jetzt auch der EPSS-Score ein. Dieser schätzt, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Schwachstelle in den nächsten 30 Tagen tatsächlich ausgenutzt wird. Eine CVSS-9.8-Schwachstelle mit winzigem EPSS-Score ist in der Praxis weniger dringend als eine CVSS-7-Lücke, für die aktiv Exploits kursieren. Diese Kombination hilft Teams, ihre begrenzten Ressourcen auf die wirklich kritischen Lücken zu konzentrieren.

Das Cloud-Monitoring wurde ebenfalls ausgebaut: Azure Functions, AWS EKS und Lambda sowie GCP MySQL und PostgreSQL sind neu dabei. Dazu kommen Load Balancer Support und erweitertes VPN-Monitoring für Cisco Catalyst SD-WAN und FortiGate/Firepower-Firewalls.

Im Alltag dürften vor allem drei Dinge auffallen: Die überarbeitete "All Active Alerts Page" im modernen GUI, die Möglichkeit, Custom Banners für wichtige Infos wie geplante Wartungen direkt im UI anzuzeigen, und die Integration mit SolarWinds Incident Response, über die sich Alerts direkt ins Incident-Management weiterleiten lassen.

Das Release bringt außerdem Juniper SwitchStack-Support, KEA-Support für IPAM, CUCM v15.x-Unterstützung und einen Server-Config-Vergleich für Drift-Detection mit.

Kein revolutionäres Update also, aber eines, das zeigt: SolarWinds hat die On-Prem-Kunden nicht vergessen. Die KI-Integration war überfällig, Routing Insights adressiert einen echten Pain Point, und die EPSS-Integration macht das Schwachstellen-Management praktikabler. Wer SolarWinds Observability Self-Hosted im Einsatz hat, sollte sich das Update ansehen.

Release Notes und Download im SolarWinds Customer Portal: solarwinds.com/customer-portal